Nordbahntrasse / Jackstädtweg feierlich eröffnet

Nordbahntrasse / Jackstädtweg feierlich eröffnet

Freitag, den 19. Dezember 2014 um 20:00

Meilenstein für Wuppertal: Als Herr Minister Groschek, Oberbürgermeister Peter Jung und der Vorsitzende der WUPPERTALBEWEGUNG Carsten Gerhardt am Freitag um 15 Uhr das alte Bahnsignal am Wichlinghauser Bahnhof auf »Grün« stellten, war die Nordbahntrasse offiziell eröffnet.

Trotz des bescheidenen Wetters waren rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger gekommen, um diesen historischen Moment mitzuerleben: Nach neun Jahren von der anfänglichen Idee bis zur abschließenden Umsetzung ist der Dr.-Werner-Jackstädt-Weg (benannt nach der Jackstädt-Stiftung als dem größten Sponsor) endlich auf 22 Kilometern (bis auf kleinere Ausnahmen) durchgängig benutzbar. Der Andrang bei Regen war vielleicht ein Vorgeschmack auf die Mengen, die es bei Sonnenschein auf die Trasse ziehen wird.

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NRW-Verkehrsminister Groschek erklärte die Nordbahntrasse zum KlimaExpo-Projekt

Michael Groschek, Landesminister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, hatte auch gleich eine treffende Bezeichnung parat, als er die Nordbahntrasse kurzerhand in »neue Bergische Schwebebahn« umtaufte. Auch an die WUPPERTALBEWEGUNG, deren Mitglieder, Anhänger und Unterstützer verteilte er lobende Worte: »Dies ist eine Bürgerinitiative, die Mut macht.« Stellvertretend für alle am Projekt Beteiligten überreichte er Peter Jung und Carsten Gerhardt eine Urkunde und erklärte die Nordbahntrasse als neuen Bestandteil der NRW-Dauerausstellung KlimaExpo. Mit ihr sollen erfolgreiche Projekte einem breiten Publikum zugänglich gemacht und dadurch zusätzliches Engagement für den Klimaschutz gefördert werden.

Gerhardt gab das Lob und den Dank gleich an die 1.300 Mitglieder der WUPPERTALBEWEGUNG, ihre Anhänger und Unterstützer sowie die vielen Helfer des Zweiten Arbeitsmarktes vom Wichernhaus und der GbA weiter. Mit Blick auf die vielen aufgespannten Regenschirme vor dem überdachten Bahnsteig bemerkte er: »Ein Wetter wie heute mussten die Arbeiter an vielen Tagen erdulden.« Und für die 60 Streckenpaten hat die Arbeit gerade erst begonnen. Er versprach ein weitergehendes Engagement der WUPPERTALBEWEGUNG, insbesondere bei Projekten, die zur Verbesserung der Lebensqualität aller Wuppertaler beitragen.

Während die ehemalige Bahntrasse Stadtteile voneinander trennte, schafft der neue Fuß-, Rad- und Skateweg Verbindungen zwischen den Wuppertaler Quartieren. Die Nordbahntrasse ermöglicht fast auf der gesamten Strecke kreuzungsfreies Radfahren und Spazierengehen. Durch den Bau von Spielflächen und Aussichtsplätzen entlang der Strecke ist eine stadtteilübergreifende Freifläche mit hohem Freizeitwert entstanden. Angesichts der angespannten Verkehrslage in der Stadt stellt die Trasse als flache Ost-West-Verbindung künftig auch eine entscheidende Alternative zum Auto dar.

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Schüler der Grundschule Rudolfstraße sangen die Europahymne.

Staatssekretär Gunther Adler betonte: »Die neue Nordbahntrasse zeigt, wie eng Stadtentwicklungs- und Umweltpolitik zusammengehören. Vor allem aber bringt sie die Menschen aus den unterschiedlichen Stadtteilen zusammen.« Adler würdigte den Einsatz der Spender und Ehrenamtlichen: »Sie haben mit viel Engagement ein großartiges Projekt angestoßen. Die Nordbahntrasse beweist, was man alles auf die Beine stellen kann, wenn Politik, Wirtschaft und Bürger sich zusammentun, um in ihrer Stadt etwas zu verändern.«

Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch durch die Kinder der Klassen 3a und 3b der Europaschule Rudolfstraße untermalt. Die Kinder der Grundschule schmetterten das Lied »Freude schöner Götterfunken«. Ein Lied, das sie – so verriet es Moderatorin Angela Wegener – singen, wenn sie auf der Trasse zu ihrer Turnhalle unterwegs sind. Nur ein Beispiel dafür, dass die Trasse längst zum Wuppertaler Alltag gehört.

Fotos: Martin Michels, Rolf Dellenbusch

von Mario Schroeder