Presse

Bericht der Lokalzeit Bergisch Land (Lutz Polanz, WDR, 08.10.2011)

 

 

 


Eine stilgerechte Einweihung an Gleis 4 | Friedemann Bräuer, WZ, 07.09.2017

Die Draisinen sind künftig auf einem zusätzlichen 500 Meter langen Schienenstrang unterwegs.

Kultur-Dezernent Matthias Nocke (2.vl.) ließ sich die erste Fahrt auf neuer Strecke nicht nehmen. Foto: Anna Schwartz

Barmen. Ein großer Tag für den Bahnhof Loh – den Draisinen- Bahnhof. Dort wurden nämlich gestern mit Gleis vier ein weiterer etwa 500 Meter langer Schienenstrang und eine angemessene Behausung für das attraktive Gefährt eingeweiht, das die Herzen der Trassenbesucher in den letzten Jahren im Sturm erobert hat. Stilgerecht, die Einweihungsfeierlichkeiten, als „Bahnhofsvorsteher“ Armin E. Engel in marineblauer Uniform und mit roter Mütze per Pfeife und grüner Signalkelle die Fahrt freigab.

2010 konnte die erste Strecke befahren werden

Carsten Gerhardt, der Vorsitzende der Wuppertal Bewegung, und Michael Klaholz von der Stadtsparkasse traten in die Pedale und bewegten das liebenswerte Vehikel mit etlichen Fahrgästen vorwärts. Kultur-Dezernent Matthias Nocke stand auf der Plattform, bewaffnet mit einer Schere, um das rotweiße Band durchzuschneiden. Beifall, als das Gleis dann offiziell freigegeben worden war, und gleichzeitig das Signal zur Stärkung mit Imbiss, Bier und Alkoholfreiem, wobei auch die Helfer kräftig zulangen konnten.

Vorher hatte Carsten Gerhardt allen, die an der Arbeit an dem neuen Gleis beteiligt waren, herzlich gedankt und dabei vor allem Rolf Dellenbusch, den Leiter und Motor des Draisinen-Projekts, in den Vordergrund gestellt. Gerhardt erinnerte daran, dass die 1,6 Kilometer lange Draisinenstrecke 2010 zum ersten Mal befahren worden war, dass aber Viaduktarbeiten einen zeitweisen Rückbau und erneutes Verlegen der Gleise erforderlich gemacht hätten. Hier haben Wichernhaus, GBA mit Niederlassungsleiter Dieter Mattner und das Jobcenter vorzügliche Arbeit geleistet.

Und vor allem die Gleisarbeiten waren so beispielhaft gut gelungen, dass 14 der insgesamt 16 beteiligten Gleisbauer dank der angeleiteten Qualifizierungsarbeiten einen festen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden hätten. „Das waren Arbeiten unter realen Bedingungen und das hat die Mitarbeiter fit gemacht für die Prüfung bei der Bahn“, erklärte Henry Wollner, Prokurist der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA).

11 000 Fahrgäste hat die Draisine bislang bewegt

Niederlassungsleiter Dieter Mattner, verriet, dass außerdem Schlosser und Maler an den Arbeiten am Bahnhof Loh und der Draisinen-Garage beteiligt waren, und Carsten Gerhardt sprach von einem Kleinod der Nordbahntrasse, die inzwischen dank der vielen ehrenamtlichen Helfer eine Seele bekommen habe. 11 000 Fahrgäste hat die Draisine inzwischen über die 1,7 Kilometer bewegt, und jetzt ist durch das weitere Gleis und die Weiche, bei der sich die Gäste selbst als Weichensteller betätigen dürfen, eine zusätzliche Attraktion dazu gekommen. „Hier werden Familienfeste, Junggesellenabschiede und Kindergeburtstage gefeiert, und wer seinen auswärtigen Gästen etwas Besonderes bieten will, der lädt sie ein zur Draisinen-Fahrt vom Bahnhof Loh.“ Rolf Dellenbusch und sein Team hatten allen Grund, stolz zu sein.

 

 

 


Nordbahntrasse: Die Draisine bleibt auf Erfolgskurs | Stefan Melneczuk, WZ, 03.01.2014

Im vergangenen Jahr gab es etliche private Buchungen.

 

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Bei der Inbetriebnahme am Bahnhof Loh: Die Trassen-Draisine ist ein Dauerbrenner. Foto: Uwe Schinkel

 

Loh. Im Moment ruht der Draisinenbetrieb auf der Nordbahntrasse – aber die Zeichen stehen gut, dass es ab April in eine erfolgreiche neue Saison geht: Wie Rolf Dellenbusch von der Wuppertal Bewegung im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, gab es alleine im vergangenen Jahr insgesamt 46 private Buchungen für die Draisine am Bahnhof Loh – und das noch über den regulären Sonntagsbetrieb hinaus.

Neue Draisine in Planung und landesweite Anfragen

„Da sind wir mit unseren Kapazitäten mittlerweile am Limit“, sagt Dellenbusch, der sich aus Sicht des eisenbahnhistorischen Arbeitskreises aber auch über die große Resonanz freut: „Das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.“ Mittlerweile gibt es landesweite Anfragen, und den Draisinenfahrern sei es egal, dass man mit der gut 1600 Meter langen Strecke zwischen dem Bahnhof Loh und dem Anschlussgleis Richtung Clausen eine vergleichsweise kurze Strecke zu bieten habe. „Man darf ja nicht vergessen, dass es andere Strecken auf 20 bis 30 Kilometer bringen.“

Touren gegen eine Spende: 22 Mitarbeiter im Draisinen-Team

Die Erfahrung zeige, dass viele Ausflügler auf der Trasse die Draisinenfahrten als Zusatzangebot nutzen, „und auch an den Wuppertaler Schulen hat es sich längst herumgesprochen, was wir hier auf der Trasse zu bieten haben“, sagt Dellenbusch.

Auf mittlerweile 22 ehrenamtliche Mitarbeiter bringt es das Draisinenteam der Wuppertal Bewegung – und längst schon werden Pläne für die Zukunft geschmiedet: Der Lückenschluss an der Clausenbrücke – es geht um insgesamt 100 Meter Strecke – gehört ebenso dazu wie die Planung einer neuen Trassen-Draisine. „Sie wird auf jeden Fall leichter“, verrät Dellenbusch mit Blick auf die 1000 Kilogramm, die derzeit zu bewegen sind. „Man darf ja nicht vergessen, dass es eine voll besetzte Draisine auf ein Gewicht von anderthalb Tonnen bringt.“ So werden Gespräche mit Ingenieuren und potenziellen Sponsoren geführt, um das Projekt auf Kurs zu bringen.

Außerdem ist der Bau einer Draisinen-Garage geplant. Und gerade bei den kleinen Wuppertalern komme jede Tour gut an, sagt Dellenbusch: „Wir bekommen die Kinder oft gar nicht mehr von der Draisine runter.“

 

 

 


Sportlich für den guten Zweck | Wuppertaler Rundschau, 08.06.2017

 

Fürs Kinderhospiz waren 250 Schüler von der Emilienstraße jetzt auf der Trasse aktiv – mit viel Unterstützung von Wuppertalbewegung, „Café Tacheles“, Kuchenspendern und vielen weiteren Helfern. Foto: Rolf Dellenbusch

 

Wuppertal. Rund 250 Schüler der Hauptschule Barmen-Südwest an der Emilienstraße starteten am Freitag (2. Juni 2017) beim Schul-Spendenlauf für das Kinderhospiz Burgholz auf der Nordbahntrasse.

Vom Bahnhof Loh aus nahmen sie eine 700 Meter lange Laufstrecke oder eine 2.000-Meter-Fahrstrecke in Angriff, die sie auf Laufschuhen, mit dem Fahrrad, auf Inlinern oder mit dem Skateboard absolvierten.

Die Schüler hatten zuvor private Sponsoren gesucht, die für ihre Runden einen individuellen Betrag spendeten. Meist erklärten sich Eltern oder Großeltern bereit, die sportliche Anstrengung für das Kinderhospiz, das auf Spenden angewiesen ist, finanziell zu unterstützen.

Für den guten Zweck stellte auch die Wuppertalbewegung ihre beliebte Fahrrad-Draisine zur Verfügung – und gegen einen kleinen Obolus traten die Kinder nach ihrem Lauf auf den Gleisen der alten Bahnstrecke in die Pedale. Auch diese Einnahmen spendete die Wuppertalbewegung für das Kinderhospiz.

Sportlehrerin Hella Schummertz: „Vielen Schülern war nicht bewusst, wie anstrengend solch eine Fahrt auf der pedalbetriebenen Draisine sein kann. Doch hielten sie bis zum Schluss durch und waren zwar am Ende alle erschöpft, doch zufrieden mit ihren sportlichen Leistungen an diesem Tag.“

 

 

 


Ferienspaß: 17 Kinder treten in die Pedale | Nora Wanzke, WZ, 24.07.2012

Stadtranderholung besuchte die Nordbahntrasse.

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800 Meter fuhren die Kinder der Stadtranderholung mit der Draisine an der Nordbahntrasse. Foto: Otto Krschak

 

Unterbarmen. Laut klingelnd und schreiend fahren sie in den alten Bahnhof Loh an der Nordbahntrasse ein. „Hallo! Wir fahren noch weiter“, rufen neun Kinder ihren Freunden, die am Bahnsteig warten, zu. „Wir wollen auch mal,“ stöhnen diese schon ungeduldig. Sie können es kaum erwarten mit der Draisine zu fahren. Antonios (7) stellt sich schonmal an, damit er als Erster die Pedale treten darf.

Den Kindern soll die Nordbahntrasse näher gebracht werden

Die Kinder verbringen ihre Sommerferien bei der Stadtranderholung der Caritas Wuppertal. Üblicherweise treffen sie sich in ihrem Stammlager in der Hottensteinschule – aber diesmal machen sie einen ganz besonderen Ausflug.

„Wir wollen den Kindern die Nordbahntrasse näher bringen. Nur vier von siebzehn Kindern kennen die Trasse“, sagt Petra Beauregard, Leiterin des Erholungsbereiches der Caritas.

Auf der Draisine sorgt Markus Thiel dafür, dass kein Kind von dem Schienenfahrzeug fällt. „Wir sind ein Bummelzug“, ruft er auf den letzten Metern ins Ziel.

800 Meter ist die momentan geöffnete Strecke lang. „Eigentlich fährt man zirka 15 Minuten. Die Kindern haben so viel Spaß, die brauchen mindestens doppelt so lang“, sagt Rolf Dellenbusch Leiter der Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte und Draisinentrasse der Wuppertal Bewegung.

Die Draisine ist für Viktoria der Höhepunkt der Stadtranderholung

Die Draisinenstrecke ist 1,6 Kilometer lang. Momentan ist wegen Sanierungsarbeiten nur ein Teilstück von 800 Metern geöffnet. Die Draisine fährt jeden Sonntag bei gutem Wetter von 13 bis 17 Uhr. Genaue Öffnungsangaben gibt es hier.

Endlich ist die erste Gruppe ins Ziel gefahren und die anderen Kinder dürfen nun auf die Draisine steigen. „Wenn ich pfeife geht’s los“, ruft Rolf Dellenbusch mit seiner Trillerpfeife in der Hand. Sofort treten die beiden Kinder auf dem Fahrsitzen kräftig in die Pedale. Das Schienenfahrzeug setzt sich langsam in Bewegung und nimmt an Fahrt auf. Draisinenführer Markus Thiel läuft noch einige Meter auf dem Bahnsteig mit und schiebt die Kinder heimlich an.

„Ich durfte sogar zwei Mal treten“, erzählt der siebenjährige Paul stolz. „Aber das ist so langsam“, meint sein Freund Mats (7). „Ja wie ein lahmes Fahrrad “, sagt Janne (7). Rita-Mariefee (8) empfand die Fahrt auf der Draisine hingegen richtig schnell: „Es war so cool. Ich möchte noch mal!“ Die sechsjährige Viktoria hat die Draisinentour von allen Aktionen am besten gefallen.

„Das einzige was wir den Kindern mitgeben wollen, ist wirklich Spaß zu haben“, sagt der ehrenamtliche Betreuer Domenic Busch (18).

 


Über die neue Rampe auf die Draisine | WZ 22.07.2012

Draisinenfahrten sind jetzt auch für Rollstuhlfahrer leichter möglich.

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Die Besucher vom Pflegezentrum Haus Hardt hatten sichtlich Spaß an ihrer Draisinenfahrt. Foto: Rolf Dellenbusch

 

Wuppertal. Für Mütter mit Kinderwagen und für Behinderte wird es nun leichter, auf der Draisine auf der Nordbahntrasse mitzufahren. Die Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte und Draisinen der Wuppertalbewegung hat ihr Angebot erweitert, um den genannten Gruppen die Mitfahrt zu ermöglichen.

Vergangene Woche wurde die neue Rollstuhlrampe eingeweiht, auf der etwa ein Rollstuhlfahrer mühelos auf die Draisine fahren kann. Das neue Gerät wurde bei der Einweihung mit Besuchern des Pflegezentrums Haus Hardt erfolgreich getestet, wie Rolf Dellenbusch von der Wuppertal Bewegung mitteilt.

Am Bahnhof Loh werden seit dem vergangenen Jahr auf ehemaligen Gleisen der Rheinischen Eisenbahnstrecke neben der Nordbahntrasse Draisinenfahrten angeboten. Bisher geschah das mit geliehenen Modellen. Rolf Dellenbusch von der Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte und Draisinentrasse hatte die Schaeffler Technologie GmbH (FAG) gewinnen können, eine neue Draisine zu konstruieren.

Rund 140 Auszubildende aus den drei Lehrjahren haben neun Monate in den Lehrwerkstätten gebaut. Dieses Modell hat ein von Schaeffler neu entwickeltes Vorwärts-Rückwärts-Getriebe.

 

 


Nordbahntrasse: Letzte Chance für alle Draisinen-Fans | Von Stefan Melneczuk, WZ 28.10.2011

An diesem und am nächsten Sonntag gibt es noch mal Touren vor der Winterpause.

 

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Wuppertal. Daran ändert selbst der goldene Oktober nichts: Der Winter naht, und mit ihm die Pause der Nordbahntrassen-Draisine. An diesem und am kommenden Sonntag, 30. Oktober und 6. November, ist sie noch einmal am Bahnhof Loh im Einsatz, jeweils von 13 bis 17 Uhr. „Die Fahrten sind kostenlos, wir bitten jedoch für den Ausbau und die Unterhaltung der Strecke um eine Spende“, sagt Rolf Dellenbusch von der Wuppertalbewegung.

Pläne für eine zweite Draisine – wegen großer Nachfrage

Und die Bilanzen können sich nach der ersten Saison sehen lassen: Auf der gut 800 Meter langen Strecke zwischen Bahnhof und Stellwerk kamen allein an drei Tour-Tagen insgesamt 575 Passagiere zusammen. Längst wird nach der erfolgreichen Testphase darüber nachgedacht, eine zweite Draisine bauen zu lassen.

Im nächsten Jahr wächst die Strecke von 800 auf 1600 Meter Länge

„Dass uns jetzt die 800 Meter zwischen der Buchenstraße und dem Bahnhof zur Verfügung stehen, verdanken wir dem Einsatz der Firma Garschagen aus Remscheid“, berichtet Dellenbusch: „Obwohl sie Aufträge bis in den Dezember hinein hatte, hat sie kurzfristig und innerhalb von drei Tagen Bauzeit vor dem Trassenfest 100 Meter Gleisstrecke, mit Unterstützung des Wichernhauses, über die Brücke an der Schönebecker Straße verlegt.“ Nach Ende der Arbeiten an der Brücke Konsumstraße im Frühjahr geht der Gleisbau weiter. Dellenbusch: „Danach steht uns die gesamte Strecke von etwa 1600 Metern zur Verfügung.“

 

 


Viele Nationen feiern auf der Trasse | Von Wolfgang Wohlers , WZ, 9.10.2011
Viele Besucher genießen das Programm– und unterstützen die Wuppertalbewegung.

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Loh. Wie von den Veranstaltern gewünscht, wurde die Nordbahntrasse am ehemaligen Bahnhof Loh gestern zum Ort der Begegnung. Wo Waffeln und Falafel oder Lahmacun und Trassen-Grillwurst in enger Nachbarschaft angeboten wurden, schoben sich am frühen Nachmittag unzählige Besucher über das von der Wuppertal-Bewegung, dem Ressort Zuwanderung und Integration und der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz organisierte Trassenfest.
Die aufgebauten Stände für Speisen und Getränke wurden vorrangig von Gruppierungen mit Migrationshintergrund bewirtschaftet, so dass das Angebot abwechslungsreicher war als bei vergleichbaren Festen. Mittendrin eine Bühne, auf der ein internationales Musik-, Gesangs- und Tanzprogramm ebenso die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich zog wie die “rope scipping”-Gruppe des VSTV mit ihren Springseilen gleich nebenan.
Dem Konzept „Wuppertaler bewegen die Stadt” entsprechend, gab es auch Torwand-Schießen für Kinder, einen Kicker und einen Informationsstand des ADFC für die Freunde es Radfahrens. Am östlichen Ende des Festgeländes betreute der LCW einen Sponsorenlauf, , bei dem es um die Finanzierung von Spielgeräten ging.
Zahlreiche Besucher nutzten den Tag, um sich die vieldiskutierte Trasse aus der Nähe anzusehen. So zum Beispiel Ute und Dieter Mallasch. „Wir finden es gut, dass es hier erkennbar einen Fußweg und einen Radweg gibt”, sind sie sich einig. Auch das internationale Flair des Festes gefällt.

Die neue Draisine wird begeistert begutachtet

Das sieht auch Jutta Lindemann so. „Die Multikulti-Atmosphäre ist toll”, sagt sie. Eine ganz andere Sache begeistert Ulrich Grotstollen. „Die ist ja genial”, ruft er, als er die neue Draisine erblickt, die auf jeder Fahrt voll besetzt ihre Bewährungsprobe besteht. Als Mitglied des Vereins Wupperschiene hat er für dieses Schienenfahrzeug natürlich einen besonderen Blick. „Das ganze Projekt auf der ehemaligen Bahntrasse ist eine tolle Arbeit. Es ist nur seltsam, dass es immer wieder Hindernisse gibt”, meint er. Einen Blick auf das gesamte Projekt werfen die Mitglieder der Wuppertalbewegung Brigitte und Rolf Heimann. “Wir sind heute hier, weil wir noch erleben möchten, dass die Trasse fertig wird”, sagen sie und finden Unterstützung bei Anita und Herbert Winkelsträter. „Wir sind hergekommen. um die Wuppertalbewegung zu unterstützen in der Hoffnung, dass die Strecke bald durchgängig ist”, sagt Herbert Winkelsträter und spricht damit sicherlich den meisten Besucher aus der Seele.

 

 


Die Draisine auf der Trasse ist startklar | Patrizia Labus, WZ, 06.10.2011
Nordbahntrassen-Besucher können am Bahnhof Loh ab Sonntag Draisinen-Touren machen. Am Mittwoch gab’s den Sicherheits-Check.

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Wuppertal. Ihr ganzes Gewicht legen die vier Auszubildenden von Schaeffler-FAG in die Pedale. „Männer, treten“ ruft einer von ihnen, um seine Kollegen anzutreiben. Es ist die Generalprobe: Ein Dreivierteljahr haben die jungen Männer ehrenamtlich an der Draisine gearbeitet, die mit Pedalantrieb wie ein Fahrrad in Bewegung gesetzt wird. Am Sonntag beim Trassenfest am Bahnhof Loh können sie auch Besucher ausprobieren.

Bis zu zehn Personen finden auf der Draisine Platz

„Wir haben im vergangenen Jahr auf der Nordbahntrasse eine Draisine gemietet und die stand kaum still. Also dachten wir, es wäre Zeit für eine eigene“, erklärt Rolf Dellenbusch von der Wuppertalbewegung. Und da steht sie nun: mehr als vier Meter lang, 800 Kilogramm schwer, mit Platz für vier Fahrer und sechs Mitfahrer auf zwei Sitzbänken, höchstens 15 Stundenkilometer schnell. Bevor Trassenfest-Besucher damit losradeln können, musste am Mittwoch aber erst noch die Sicherheit geprüft werden. „Voraussetzung ist, dass kein Verletzungsrisiko bei der Nutzung entsteht“, sagt Dieter Rosenbaum von der Dekra, der kostenlos die sogenannte UVV-Prüfung (das steht für Unfall-Verhütungs-Vorschriften) vornimmt.

„Man kann Eisenbahntechnik zum Anfassen erleben.“
Rolf Dellenbusch, Wuppertalbewegung

Dazu beschleunigen die Erbauer die Draisine auf Höchstgeschwindigkeit und bremsen dann voll ab. Zunächst ist der Prüfer mit dem Ergebnis auf nasser Strecke nicht zufrieden, doch beim zweiten Versuch schaffen die Scheibenbremsen die nötige Bremswirkung von 2,2 Metern pro Sekunde. „Alles in bester Ordnung“, befindet Rosenbaum. Damit ist die Draisine fahrbereit.
Aufgrund der Arbeiten an der Nordbahntrasse und den Brücken Konsumstraße und Schönebecker Straße hat die Testroute zurzeit nur eine Länge von 800 Metern. „Aber wenn alles fertig ist, wird sie 1,6 Kilometer lang sein“, freut sich Dellenbusch (siehe Kasten). Dabei werden Draisinen-Fahrer nicht nur tüchtig trampeln müssen, sondern auch selbst Weichen stellen und Signale beachten. „So kann man Eisenbahntechnik zum Anfassen erleben.“ In den Sommermonaten soll die Draisine sonntags zwischen 13 und 17 Uhr ab Bahnhof Loh fahren. Kosten soll die Fahrt nichts, aber die Wuppertalbewegung bittet um Spenden.

 

 


Eine Draisine für die Wuppertalbewegung | WZ, 19. April 2011
Arbeitsgruppe hat bald ein eigenes Schienenfahrzeug.

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Loh. Ab und an erfüllt die Nordbahntrasse sogar noch ihre ursprüngliche Aufgabe – zumindest fast. Eine Arbeitsgruppe der Wuppertalbewegung schickt regelmäßig eine Draisine auf die Strecke.

Auch am Samstag waren damit Eisenbahnfreunde aus Leipzig und Mannheim unterwegs. „Wir waren anfangs überrascht, wie begeistert die Leute waren“, erinnert sich Organisator Rolf Dellenbusch. Die Draisine sei im vergangenen Sommer praktisch im Dauerbetrieb gewesen. „Bislang mussten wir uns die Draisine immer noch leihen, aber bald haben wir unsere eigene“, sagt Dellenbusch. Derzeit werde an einem Prototyp gebastelt, im Mai soll der zu seiner Jungfernfahrt starten. est

 

 

 

 


Die Trasse erwacht: Eine Zeitreise zu Dornröschens Geheimnissen | Julia Perkowski, WZ, 20.07.2010

Auftakt zur WZ-Sommer-Serie: Ein Ausflug zu den wichtigsten Bahnhöfen der Rheinischen Strecke gibt Einblicke in Wuppertals Vergangenheit.

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Wuppertal. Langsam schlängelt sich der Reisebus durch kleine Straßen in Wichlinghausen. Gleichsam am Ende der Welt, so scheint es den Fahrgästen, hält er an und öffnet seine Türen. Die Passagiere steigen aus, klettern durch ein Loch im Zaun.
Ein seltsames Bild für einen Außenstehenden – für die kleine Gruppe, die mit Stadtführer Frank Khan unterwegs ist, ein echtes Erlebnis. Sie unternimmt eine Rundfahrt zu den Bahnhöfen der Nordbahntrasse – auf den Spuren einer Verkehrsstrecke, die ein jahrelanger Dornröschenschlaf an den Rand Wuppertals gedrängt hat.
Erste Station: Bahnhof Wichlinghausen. 2007 wurde er zum Testobjekt. Hier entstanden die ersten Teile der asphaltierten Nordbahntrasse, wurden Schienen entfernt und neue Wege gebaut, wo bis 1991 vor allem Güterzüge fuhren und unter anderem Weltfirmen wie die Waschmittelfabrik Luhns belieferten.
Sehr wenige Relikte aus dieser Zeit sind noch am Bahnhof Heubruch zu sehen. Das kleine Gebäude, als Bahnhof nicht mehr zu erkennen, verfällt langsam. Doch Frank Khan haucht Gleisen und Gemäuern wieder Leben ein, berichtet von den vielen Unternehmen, die damals an der Strecke angesiedelt waren – etwa die Genossenschaft “Vorwärts”, in deren Keller ein Gleisanschluss von der Trasse aus führte.

Skater, Radler, Draisine –
am Bahnhof Loh herrscht Hochbetrieb

Die Mitfahrer hören gebannt zu – unter ihnen sind auch die Brüder Daniel (12) und Julius (8) Kistner. Sie sind von ihrem Opa zur Tour eingeladen worden: “Das ist für uns total interessant, weil Opa hier früher selbst gearbeitet hat und regelmäßig mit der Bahn gefahren ist,” erzählen die beiden und machen sich gemeinsam mit den anderen Teilnehmern auf den Weg zurück zum Bus.
Die älteren unter den 35Mitfahrern tauschen Erinnerungen aus: “Ja, das weiß ich auch noch, wie Mutter uns früher hierher mitgenommen hat, um Vater vor dem Bahnhof abzuholen,” berichtet ein älterer Herr einem Weggefährten.
Die Tour geht weiter, führt über die schmalen Straßen am Rott Richtung Rudolfstraße und den Bahnhof Loh. Hier ist um die Nachmittagsstunde Hochbetrieb. Erwachsene auf Inline-Skates und Kinder auf Fahrrädern bewegen sich auf dem etwa zwei Kilometer langen Stück der Trasse. Die Draisine ist heute im Dauereinsatz.

Sieben Tunnel, vier Viadukte, 33 Brücken
und 200 Stützmauern

Auch Lutz Eßrich von der Wuppertal Bewegung nimmt an der Tour teil, erklärt die Strecke der Trasse in wenigen Sätzen: Sieben Tunnel, vier Viadukte, 33 Brücken und 200 Stützmauern – nackte Zahlen zur Nordbahntrasse, die beeindrucken. Die kleine Gruppe macht sich wieder auf den Weg. “Dann halten Sie jetzt bitte die Reisepässe bereit, der nächste Halt ist in Elberfeld,” witzelt Khan und stimmt die bunte Gruppe fröhlich ein auf den nächsten Zwischenstopp.
Es sind an diesem Tag nicht nur die alt eingesessenen Wuppertaler, die bei der Tour ihre Stadt und die Geschichte wiederentdecken. Christof Hilgert ist zugezogen, kommt aus der Gegend um Düsseldorf: “Meine Frau und ich können uns keinen besseren Platz zum Leben vorstellen,” sagt der Familienvater und lauscht mit seinem Sohn Max den Ausführungen zum Bahnhof Mirke. Von Elberfelds einstigem zweiten Hauptbahnhof geht es über den Ottenbrucher, Dorper und Varresbecker Bahnhof zurück nach Oberbarmen. Wuppertals Dornröschen hat nun ein paar Geheimnisse weniger.

 

 


Mit der Draisine auf der Nordbahntrasse | WZ, 13.07.2010

 

004Wuppertal. Freie Fahrt voraus! Wer am heutigen Sonntag von 13 bis 17 Uhr auf der Fahrrad-Drasine in die Pedalen treten möchte, ist auf der Nordbahntrasse genau richtig. Das Team der Wuppertal Bewegung bietet Fahrten auf dem Rad- und Wanderweg am Bahnhof Loh, auf Bahnsteig 3, an. Es ist geplant, das Angebot von Drasinen-Fahrten regelmäßig anzubieten.

 

 

 

 

 

 


Wuppertal jubelt: Die Nordbahntrasse ist eröffnet | Robert Maus, WZ, 06.06.2010
Radeln, Skaten, Laufen und Staunen – tausende Gäste kamen auf die Trasse und waren voll des Lobes.

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Wuppertal. Das erste Teilstück der Nordbahntrasse ist eröffnet. Tausende Wuppertaler strömten am Wochenende bei Kaiserwetter über die zwei Kilometer lange Teilstrecke und feierten am Bahnhof Loh eines der Leuchtturmprojekte in der Stadt. Es wimmelte nur so von Radlern, Skatern, Wanderern, Rollerfahrern oder einfach nur Menschen, die sehen wollten, wie der Prototyp jener Strecke aussieht, die einmal fast ganz Wuppertal miteinander verbinden soll.

 “Das ewige Schlechtreden unserer Stadt geht mir nachhaltig auf den Geist.”
Peter Jung, Oberbürgermeister

Am Loher Bahnhof herrschte das pralle Leben: Ob Zirkus Krümel mit einer radelnden Artistik-Einlage, bergische Trommler, der Rotter Bürgerverein oder ab der Allgemeinde Deutsche Fahrrad Club, ihnen allen war gemein, dass sie sich einfach freuten. Die Nordbahntrasse, und das war eindeutig aus den vielen Gespräche herauszuhören, gibt der Stadt Wuppertal Lebensqualität zurück in einer Zeit, in der die öffentliche Diskussion von negativen Meldungen und Spardebatten geprägt wird.

Da war es denn auch kein Wunder, dass die politische Prominenz bei der Einweihung der Trasse nicht fehlte. Carsten Gerhardt, der Vorsitzende der Wuppertal Bewegung, eröffnete das Teilstück mit einer ebenso kurzen wie prägnanten Rede. Das war jedoch kein Wunder, diese war, wie er stolz ausführte, von seiner siebjährigen Tochter Meara geschrieben worden. Der Inhalt: “Das ist eine tolle Trasse, auf der man ganz viel machen kann – und viel Spaß dabei.”

Ganz dabei bewenden ließ Gerhardt es doch nicht und ergänzte, dass die Wuppertal Bewegung alleine 100 Tonnen Schrott von der Trasse entfernt hatte und dass ihm die Diskussionen um den Schutz der Fledermäuse noch Sorgen bereiten. “Es stimmt mich traurig zu sehen, dass wir in vier Wochen Arbeit das Teilstück bauen konnten und es uns in dieser Zeit nicht gelungen ist, einen Termin mit den Umweltschützern zu vereinbaren”, sagte Gerhardt und erneuerte sein Angebot, dass eine der beiden Röhren des Tunnels Schee für Menschen und die andere ür Fledermäuse genutzt werden könnten.

Das Land NRW unterstützt den Trasenbau, weswegen es sich Verkehrsminister Lutz Lienenkämper nicht hatte nehmen lassen, bei der Eröffnung ebenfalls anwesend zu sein. Er konstatierte: “Das ist ein sehr guter Tag für Wuppertal”, und forderte die Stadt, die Wuppertal Bewegung und die Umweltschützer auf, eine pragmatische Kompromisslösung für den Schutz der Fledermäuse zu finden. Lienenkämper sagte für diesen Prozess ausdrücklich die Hilfe seines Ministeriums zu.

 “Ein guter Tag für Wuppertal.”
Lutz Lienenkämper, NRW-Verkehrsminister

“Es ist ein erster Schritt”, stellte Oberbürgermeister Peter Jung fest und fügte an: “Die Nordbahntrasse ist eine wunderbare Idee und das erste Teilstück eine tolle Umsetzung.” “Lassen Sie uns aufeinander zugehen”, forderte auch Jung alle Beteiligten auf, einen Kompromiss auf der Trasse zu finden.

Zu den Ein-Euro-Jobbern des Zweiten Arbeitsmarktes, ohne die das Teilstück heute in dieser Form nicht existieren würde, sagte er: “Darauf können Sie stolz sein, lassen Sie sich das nicht von Kleingeistern kaputt machen.” Damit spielte Jung auf eine Protestveranstaltung der autonomen Szene an, die zuvor moniert hatte, dass Ein-Euro-Jobber auf der Trasse ausgenutzt würden.

Eines verband Redner und auch die Menschen auf der Trasse: Sie hatten Spaß. Da passte die Aussage von Jung: “Das ewige Schlechtreden unserer Stadt geht mir nachhaltig auf den Geist”, wie die Faust aufs Auge. Während und nach des offiziellen Teils strömten immer weiter Schaulustige auf des Gelände des Bahnhofs, die Draisine fuhr im Dauereinsatz und auf der neuen Trasse selbst war es so voll, dass es an ein Wunder grenzte, dass es zu keinen größeren Karambolagen zwischen Radlern, Skatern und anderen Trassen-Gehern kam.